Am kommenden Wochenende ist es soweit und der 57. Landesfeuerwehrleistungsbewerb wird in Breitenwang ausgetragen.  Vom 24.- 25. Mai treten über zwei Tage verteilt 271 Gruppen gegeneinander und gegen die Zeit an und dies im wahrsten Sinne des Wortes, denn es geht um jede Sekunde. Einmal im Jahr findet dieses Großevent in Tirol statt. Es werden ca. 3.000 Teilnehmer und 2.000 Besucher erwartet. Als größte Veranstaltung der Tiroler Feuerwehr ist diese weit über die Landesgrenze bekannt und zählt zu einem Event der Superlative. Da lassen es sich manche Gruppen nicht nehmen, dabei zu sein und scheuen auch die weite Anreise nicht, die zum Beispiel eine Feuerwehrgruppe aus Hamburg auf sich nimmt, um beim Bewerb mit ihrer Truppe anzutreten. Auch aus dem Allgäuer Raum stellen so manche Feuerwehrmänner ihr Können unter Beweis.

Um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und die Frage zu beantworten: „Was steckt eigentlich hinter dem Ganzen und worum geht es hierbei?“ hat sich Wolfgang Scheucher zur Verfügung gestellt und mir ein paar Fragen beantwortet. Wolfgang ist einer der Hauptorganisatoren und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr von Breitenwang/Mühl und was würde da näherliegen, als ihn zum Interview zu bitten. Prompt, trotz sehr straffem Terminplan, hat er sich die Zeit dafür genommen. Gerne gebe ich euch die Zusammenfassung davon weiter.

Planung und Organisation

Nach ca. 71 abgehaltenen Sitzungen geht es nun in den Endspurt und das Wochenende rückt immer näher. Aber bis es überhaupt soweit gekommen ist, war es doch ein oft sehr zeitaufwändiges Unterfangen alles zu planen, um es ordnungsgemäß umsetzen zu können. Erst einmal galt es, sich als Austragungsort zu qualifizieren. Auf die Ausschreibung des Bezirksfeuerwehrverbandes wurde die Bewerbung als Austragungsort abgesendet, diese war bekanntlich erfolgreich. Damit ein solches Großevent auch funktioniert, hat es einiges an Vorarbeit und Planung sowie organisatorisches Talent benötigt. In den unzähligen Sitzungen, die im Durchschnitt 3 Stunden dauerten, wurden unter anderem Ressorts wie Gesamtkoordination, Organisation Bewerbsplatz, Organisation Laufstrecke, Marketing, Festzelt, Infrastruktur, Personal, Bewirtung, Essen, Getränke, Parkplätze und Sicherheit ausgearbeitet. Die Leitung und Zuständigkeit für diese Ressorts wurde untereinander aufgeteilt und nach einem Vorgabenkatalog vom Landesfeuerwehrverband konnten diese bestens bedient werden. Eine beachtliche Leistung, gerade wenn man bedenkt, dass sich hierfür jeder ehrenamtlich und in seiner Freizeit gekümmert hat.

Besondere Herausforderungen bei der Planung gab es natürlich auch, unter anderem die Verkehrsregelung in der Gemeinde selbst, da das Ortsgebiet verkehrstechnisch abgegrenzt werden muss. Dies hat zu ein wenig Kopfzerbrechen geführt, aber durch das Verständnis und Entgegenkommen der Anwohner kann dies, für all jene die direkt oder indirekt betroffen sind, so angenehm wie möglich gestaltet werden. Ein großes Dankeschön gilt an dieser Stelle all jenen, die dies möglich machen. Es wurden auch bereits Ersatzparkplätze sowie Flächen als Ausweichmöglichkeit von der Gemeinde selbst zur Verfügung gestellt, hier zeigt sich natürlich auch die tolle Zusammenarbeit und Kooperationsbereitschaft, teilte mir Wolfgang mit. Auch der Platz für das große Festzelt wurde extra für dieses Event aufgearbeitet, dies wäre natürlich ohne Unterstützung nicht möglich gewesen.

Ablauf des Bewerbs

Mit dieser Hilfsbereitschaft und Unterstützung ist es natürlich umso schöner, dem bevorstehenden Wochenende entgegenzufiebern, um am Ende eine tolle Veranstaltung zu erleben. Genau darauf freuen sich auch die Besucher und teilnehmenden Gruppen. Diese konnten sich bis 01. April 2019 für die Teilnahme anmelden. Besondere Ausschlusskriterien gibt es hierbei nicht, es dürfen Gruppen mit aktiven Feuerwehrmitgliedern im Alter zwischen 16 und 65 Jahren teilnehmen. Miteinander messen können sich dann natürlich heimische sowie auswärtige Feuerwehrgruppen. Besonders erfreulich ist dieses Jahr die Teilnahme von rund 45 heimischen Feuerwehrgruppen am Bewerb, erzählte mir Wolfgang. Warum genau der Bewerb um das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze und Silber für so viel Begeisterung bei den Feuerwehrmitgliedern sorgt, ist schnell erklärt: Jeder will im Löschangriff und Staffellauf zeigen, was er kann. Beim Löschangriff zählen Genauigkeit und Schnelligkeit – jeder Handgriff muss sitzen. Die besten Gruppen schaffen einen fehlerfreien Löschangriff in knapp 30 Sekunden. Um solche Höchstleistungen erzielen zu können, bereiten sich Feuerwehren bereits Monate im Voraus intensiv vor. Beim Staffellauf heißt es dann auch noch Balance bewahren und Rennen was das Zeug hält. Das komplette Team muss perfekt zusammenspielen und die einzelnen Mitglieder müssen sich aufeinander verlassen können. Was natürlich auch die Kameradschaft und den Teamgeist während den Vorbereitungen stärkt.

Höhepunkt des Bewerbs

Aber nur, wenn man in beiden Disziplinen sein Bestes gibt, kann man ganz vorne mitmischen und im Folgejahr an der Königsdisziplin – dem Firecup – teilnehmen.  Der Firecup zählt zu der Meisterklasse unter den Bewerben. 24 der schnellsten Bewerbsgruppen des Vorjahres treten heuer gegeneinander an. Der Firecup ist der sportliche Höhepunkt eines jeden Landesfeuerwehrleistungsbewerbes.  Die Auslosung der Paarungen fand bereits im Vorfeld am 29.04.2019 unter strenger Beaufsichtigung von Landes-Feuerwehrkommandant LBD Ing. Peter Hölzl, Landes-Bewerbsleiter BR Jörg Degenhart, Bezirks-Feuerwehrkommandant OBR Dietmar Berktold, dem Kommandanten der FF Breitenwang/Mühl HBI Wolfgang Scheucher und vieler weiterer Vertreter des Landes- bzw. Bezirks-Feuerwehrverbandes statt. Am Samstag um 15:00 Uhr treten dann die zusammengelosten Gruppen gegeneinander an und – so viel sei vorweg verraten – es sind äußerst interessante Paarungen zusammengekommen. Wir dürfen schon gespannt sein, wer am Ende als Gewinner hervorgeht.

Bei der Schlussveranstaltung werden natürlich die Gewinner des Firercup besonders hervorgehoben und mit einem Ehrenpreis gekürt. In diesem feierlichen Rahmen marschieren vier heimische Musikkapellen in vier Marschblöcken am Festzeltplatz ein, woraufhin die Siegerehrung und Pokalübergabe stattfinden.

Infos & News

Genauere Informationen über die Freiwillige Feuerwehr sowie den 57. Landesfeuerwehrleistungsbewerb, den Zeitplan und vieles mehr findet ihr übrigens auch unter folgendem Link:

Hier werdet ihr auch während des ganzen Wettbewerbes auf dem Laufenden gehalten. Auch auf der Facebook Seite des 57. Landesfeuerwehrleistungsbewerbs in Breitenwang findet ihr viele Infos sowie Fotos und Videos, die ebenfalls einen Einblick in die Vorarbeit zur Veranstaltung sowie einen kleinen Vorgeschmack auf die Musik-Acts geben.

Die Freiwillige Feuerwehr Breitenwang ist nun in den letzten Tagen vor der Veranstaltung noch einmal eifrig dabei, alles auf Papier Geplante in die Tat umzusetzen und die Vorfreude steigt. Nicht nur, um zu sehen ob alles auch wirklich wie gedacht funktioniert, sondern auch, um uns Besucher einen Traumbewerb erleben zu lassen und uns musikalisch und kulinarisch verwöhnen zu können.

An dieser Stelle darf ich noch einen großen Dank von Wolfgang
an die rund 500 Helfer auf 870 besetzten Arbeitspositionen
sowie besonders auch an alle
Unterstützer, Sponsoren, Gönner, die Gemeinde und an
das Team der FF Breitenwang/Mühl
weitergeben.

Ich hoffe ich konnte euch mit dieser „kurzen“ Zusammenfassung des Interviews die ein oder anderen Infos sowie einen kleinen Blick hinter den ganzen Aufwand für diese Veranstaltung schon weitergeben. Das ganze Interview mit Wolfgang Scheucher mit weiteren interessanten Infos seht ihr nun hier 😊