Mein Mann und ich sitzen gemütlich am Frühstückstisch, die Sonne lacht schon vom strahlend blauen Himmel und die Sicht auf die Berge ist ungetrübt. Da kann man doch nicht daheim bleiben! Sollen wir eine Radtour machen oder eher eine Hüttenwanderung? Auf die Ehenbichler Alm, das wäre doch was, da waren wir schon lang nicht mehr und mit unseren E-Bikes schaffen wir diesen Aufstieg auch leicht. Schnell richtet mein Mann was zu trinken und macht die Bikes startklar. Ich mach mich auch fertig, das dauert ungefähr gleich lang :-). Die erste Steigung hinter Rieden ist bald geschafft, im Schatten der Bäume ist es relativ kühl und angenehm. Dann geht es ein Stück fast eben weiter, bis wir die Staumauer überqueren. Wunderschön ist der Ausblick über das Glitzern des Rotlech-Stausees hin zu den Bergen. Jetzt beginnt die richtige Steigung, ohne E-Bike käme ich da nie rauf und bei so mancher Kehre denke ich mit Schrecken, dass ich da ja wieder runter fahren muss. Oben angekommen, breitet sich das Plateau vor uns aus, die Kühe vom Gorihof grasen friedlich am Wegrand und Wiesenblumen malen bunte Tupfer ins saftige Grün.

Ein ganz unerwartetes Erlebnis

Auf der Ehenbichler Alm begrüßt uns schon Marion! Der erste Schluck vom Radler schmeckt super und Marion bringt die Speisekarte. Aber erst nachdem ich von ihr erfahren habe, dass der neue Weg, der vor ein paar Jahren gebaut worden ist, nicht steil ist, kann ich die Brotzeit genießen – ich brauche mich vor dem Rückweg nicht mehr zu fürchten!

Marion fragt uns, wie uns denn das Brot schmeckt, das hat nämlich Thomas, der Hüttenwirt selbst gebacken und das merkt man auch, wir haben selten so ein gutes Brot gegessen. Marion, die ich schon sehr lange kenne, stammen wir doch beide aus Mühl, macht mir gleich das Angebot, dass ich etwas von ihrem seit 300 Jahren gehegten und gepflegten Sauerteig mitnehmen darf und schon werden wir in die Küche entführt und erhalten einen völlig unerwarteten Brotbackkurs. Man sieht es Thomas an, wie stolz er mit Recht auf sein selbstgebackenes Brot ist, das er alle 2 – 3 Tage in ausreichender Menge für alle Gäste frisch bäckt. Das spiegelt die Begeisterung wider, mit der die beiden Hüttenwirte sind. Wir bekommen eine kleine Menge Sauerteig und die Anleitung, wie er weiter zu pflegen ist, mit auf den Nachhauseweg.

Gaumenfreuden

Gott sei Dank ist der neue Weg Richtung Rinnen und dann wieder Richtung Stausee wirklich nicht schwer zu fahren und schon bald sind wir daheim. Der Sauerteig kommt in eine Holzschüssel, so wie von Thomas empfohlen und täglich rühre ich 2 EL Mehl und ca. 2 EL lauwarmes Wasser unter und stelle die Schüssel dann mit einem Stofftuch zugedeckt an einen warmen Ort, bis ich so viel Teig habe, dass es für das Brotbacken ausreicht. Da ich mir nicht genau aufgeschrieben habe, was Thomas alles für sein Brot nimmt und mir daher mit den Mengen und Zutaten nicht mehr ganz sicher bin, hole ich ein altes Rezept meiner Schwiegermutter aus dem Osttirol heraus und stimme die beiden Rezepte aufeinander ab und heraus kommt ein wirklich gutes Vollkornbrot mit Sauerteig – das Ehenbichler Almbrot, wie es jetzt bei uns daheim heißt.

Rezept Ehenbichler Almbrot

Rezept