In allen Gemeinden der Naturparkregion Reutte ist es Brauch, dass die Sternsinger ein paar Tage vor dem eigentlichen Dreikönigstag am 6. Jänner alle Häuser besuchen und um Spenden bitten. Seit 1954 organisiert die Katholische Jungschar Österreich das Sternsingen. Die Dreikönigsaktion, das Hilfswerk der Katholischen Jungschar, verwaltet die gesammelten Spenden und unterstützt damit jährlich rund 500 Projekte in 20 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika. Die Kinder bekommen aber auch Süßigkeiten geschenkt. Meistens sind es bei uns Schulkinder, stilvoll als Könige verkleidet, begleitet vom „Sternträger“. Zuerst sagen sie ihre Sprüchlein auf und singen noch ein paar Lieder. Sie hinterlassen eine feierliche Stimmung mit Weihrauch geschwängerter Luft und schreiben zum Abschied den Sternsingersegen 20-C+M+B-18 mit Kreide auf die Hauseingänge. Mich freuen die jährlichen Besuche immer sehr, sie gehören einfach zur Weihnachtszeit dazu.

Bedeutung des Sternsingersegens

Sie besuchen natürlich auch mein Tourismusbüro in Vils, dort kleben sie ein mitgebrachtes Abziehbild mit der Inschrift des Segens an die Türe, da sich die modernen Eingänge nicht mit Kreide beschreiben lassen. Er besteht aus der jeweiligen Jahreszahl, in deren Mitte sie die Buchstaben C + M + B einfügen. Diese drei Buchstaben stehen einerseits für das lateinische „Christus mansionem benedicat“, was in der Übersetzung „Christus segne dieses Haus“ bedeutet. Andererseits liegt es nahe, diese Buchstaben mit den Anfangsbuchstaben der drei Königsnamen Caspar, Melchior und Balthasar in Verbindung zu bringen. Wie dem auch sei, der besonderen Buchstaben- und Zahlenkombination wird nachgesagt, eine gewisse Schutzwirkung zu besitzen.

Legende oder Tatsache

Wer sich mit der Geschichte der Heiligen Drei Könige befasst, dem wird schnell bewusst, dass es sich hier vor allem um religiöse Mythen und Legenden handeln muss. Denn die tatsächliche Existenz der drei Weisen aus dem Morgenland konnte nie wirklich nachgewiesen werden. Daher unterliegt der Versuch einer Erklärung auch vielen Deutungen, Vermutungen und Interpretationen.

 

Katholischer Feiertag

In der katholischen Kirche werden die „drei Könige“ als Heilige verehrt. Die Heiligen Drei Könige – oder „Weise aus dem Morgenland“ genannt, sind in der Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums als Sterndeuter erwähnt. Schon in der Volksschule hat uns der Herr Pfarrer jedes Jahr diese Geschichte erzählt, ich war immer ganz faziniert davon. Sie wurden anscheinend durch den Stern von Bethlehem zum neugeborenen König der Juden geführt Der Stern zog vor ihnen her, bis zu dem Ort, wo das Kind war – dort blieb er stehen. So konnten sie Jesus in seinem Geburtsstall finden und brachten dem Kind – dem menschgewordenen Messias, Gold, Weihrauch und Myrrhe als Geschenke mit.
Schön, dass wir hier in Tirol noch alte Bräuche pflegen und weiterleben lassen.