Habt ihr schon vom Lechweg gehört?

Der Weitwanderweg „Lechweg“ beginnt an der Quelle nahe des Formarinsees in Lech am Arlberg und endet am Lechfall in Füssen, dabei bewältigt man rund 125 Kilometer. Er führt durch zwei Länder und fünf Regionen, so auch durch die Naturparkregion Reutte. Außerdem wurde er als Leading Quality Trail – Best of Europe ausgezeichnet.

Der Wanderweg ist bestens beschildert – ein „L“ führt euch vom Start bis ans Ziel.
Außerdem ist er in mehrere Etappen unterteilt, was eine individuelle Planung nach den jeweiligen Bedürfnissen ermöglicht.

Diesen Sommer haben mein Freund und ich uns vorgenommen, einen Teil des Lechweges zu wandern. Unsere erste Etappe führt von Wängle nach Pflach.

Unsere Wanderung beginnt in Wängle im Ortsteil Holz, gleich unterhalb vom Panoramahotel Talhof. Hier befindet sich schon ein Schild mit dem schwarzen „L“, das uns auf den Panoramahöhenweg von Wängle führt. Zuerst spazieren wir ein Stückchen bergauf. Oben angekommen hat man einen schönen Ausblick auf den Reuttener Talkessel. Daraufhin wandern wir weiter in den Wald. Umgeben von Bäumen, inmitten der Natur, kann man so richtig abschalten. Einmal kreuzen uns sogar Kühe, die der Bauer gerade von der Wiese in den Stall bringt. Hier warten wir einen kurzen Moment, bis der Bauer uns das OK gibt, weiterzuwandern. Vorbei an den höchstgelegenen Häusern von Wängle führt uns der Wanderweg wieder in den Wald in Richtung Costarieskapelle. Stetig etwas aufwärts gehen wir auf einem breiten Forstweg, bis wir rechts zu einem Steig gelangen. Am Ende des Steiges befindet sich ein Drahtseil, damit man sich gut abstützen kann. Der kurze aber dennoch sehr steile Aufstieg zur Kapelle lohnt sich.

Bei der Costarieskapelle angekommen, kann man herrlich auf den kompletten Talkessel und den letzten Wilden, den Lech, blicken. Ein atemberaubendes Panorama, das man keinesfalls verpassen darf. Nach einer zünftigen Brotzeit auf einer Lechweg Rastbank und einem Eintrag ins Gipfelbuch brechen wir wieder auf.

Ein breiter Forstweg und später ein Pfad durch den Wald führt uns stetig abwärts zum idyllisch gelegenen Frauensee. Kurz vor dem See befindet sich wieder ein Bänkchen für eine Pause. Diese Gelegenheit habe ich für ein schönes Foto genutzt, als ich ein „L“ aus Steinen auf die Wiese gelegt habe.

Am Frauensee angekommen, setzen wir uns kurz ans Ufer, um die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. Wer möchte, kann es sich auch auf der Sonnenterrasse der Frauenseestube gemütlich machen. Die Frauenseestube verköstigt euch mit regionalen Schmankerln – der hausgemachte Kaiserschmarren und der Heidelbeerspritzer „Hugos Bruder“ sind sehr zu empfehlen. 😊

Auf einem asphaltierten Weg geht es für kurze Zeit stetig bergab, bis uns das „L“ auf der linken Seite wieder auf einen Pfad durch den Wald führt. Über diesen Steig gelangen wir an einer Kletterwand vorbei nach Hinterbichl und kurz auf den Lechradweg sowie ans Ende von Wängle.

Über eine kleine Holzbrücke gelangen wir nun nach Lechaschau und zu einer großen Brücke, die uns über den Lech führt. Der für mich schönste Ausblick auf den letzten Wilden bei dieser Etappe. Danach geht es weiter nach links in Richtung Pflach. Durch einen schmalen Forstweg entlang der Lechauen gelangen wir wieder zu einer kleinen Holzbrücke. Meine Lieblingsstelle auf dieser Etappe. Ein Bänkchen mit Blick auf die Lechauen, in denen Entchen ihre Kreise ziehen und das Seegras so richtig grün ist.

Ein Pfad durch den Wald führt uns nun direkt zum Vogelturm. Der imposante Vogelbeobachtungsturm mit einer Höhe von 18 Metern ist wirklich beeindruckend. Ein Aufstieg lohnt sich, um seltene Sumpf- und Wasservögel mit etwas Glück beobachten zu können.

Für uns geht es hinter dem Turm links weiter in die Ortschaft von Pflach. Entlang an den Häusern führt uns kurz nach einer Brücke ein kleiner Pfad wieder zurück in die Natur. Vorbei am Sportplatz Pflach gelangt man wieder zu den Lechauen – ein beeindruckender Anblick. Es wurde  schon etwas dämmrig, was das Ambiente noch schöner machte. Vorbei an den Lechauen führt uns der Lechweg wieder in die Ortschaft. Hier kommen wir an einem Brunnen vorbei und überqueren die Hauptstraße. Unsere Etappe endet beim Gasthof zum Schwanen bzw. Kulturhaus in Pflach. Wer möchte, kann die nächste Etappe von Pflach nach Füssen natürlich gleich weiterwandern oder, so wie auch wir, ein anderes Mal fortsetzen.

Die Etappe von Wängle nach Pflach dauert ca. 2,5 Stunden. Eine perfekte Wanderung für untertags oder auch an einem schönen Sommerabend.

Ursprüngliche Natur, ein Wildfluss und ein ganz besonderer Weg!

125 km von der Quelle bis zum Fall

Weitere Informationen:
Verein Lechweg
info@lechweg.com
+43 5672 62336 – 20
www.lechweg.com