In der Naturparkregion Reutte gibt es zahlreiche Wanderrouten, die das ganze Jahr schön begehbar sind. Sogar Winterwanderungen auf geräumten Wegen sind möglich. Doch jetzt hält das Frühjahr Einzug und die Natur erwacht in voller Blüte. So macht wandern besonders viel Freude. Ich spaziere heute zur Vilser Alm. Vom Parkplatz an der Angerwies in Vils schultere ich einen kleinen Rucksack. Man braucht nicht viel mitzunehmen, da die Alm ja bewirtschaftet ist und ich nur knapp 1 Stunde brauchen werde, um oben anzukommen.

Eine kleine Rast muss sein

Ich bleibe heute am Forstweg und nehme keine Abkürzung, da man im Wald immer noch nicht ganz sicher ist, auf Schneeflecken oder Eis zu stoßen. Nach einer Viertelstunde erreiche ich die „große Kurve“ genau in der Wegbiegung steht ein gemütliches Bänkchen, auf dem ich mich gerne ein paar Minuten ausraste. Meine Arbeitskollegen stellen in der ganzen Region, überall wo es eine schöne Aussicht gibt, Bänke auf, um den Gästen die Gelegenheit zu geben, sich in Ruhe hinzusetzen und die Landschaft zu genießen.

Sehenswertes am Wegesrand

Weiter geht es über den „St. Peter“, die Ortsbezeichnungen sind entlang des ganzen Weges auf Holztäfelchen zu erkennen. Auf der gegenüber liegenden Bergseite sieht man den Steinbruch, wo für die Zementfabrik Mergel abgebaut wird. Dieser wird mit einer lautlosen Materialseilbahn durch Vils bis in das Werk transportiert, einige Gondeln wurden von Schülern bemalt. Erst kurz vor dem Alpstrudel wird es wieder steiler. Der Alpstrudel ist ein kleiner Wasserfall, wenn man über die Wegbrücke geht, sieht man wie tief das Wasser die Felsen ausgespült hat, – ein Blick dort hinunter ist wunderschön. Der Alpstrudelfall ist auch eine Station des Geopfades Pfronten – Vils – Grän, der auf dieser Strecke entlang 3 Stationen aufweist. Auf der rechten Seite des Weges liegt die „Stauche“, das ist ein aufgestauter kleiner türkisfarbener See, der der Firma Schretter & Cie zur Stromgewinnung dient. Ich überquere noch den Hirschbach und schon befinde ich mich im Vorderen Alphof, hier beginnt die eingezäunte Weide. Doch leider sind ja noch keine Tiere da, das Gras muss bis dahin noch ordentlich wachsen. Hier steht auch mein Lieblingsbaum, eine Buche. Er sieht in allen Jahreszeiten sehr schön, aber auch sehr mystisch aus.

Vilser Alm Almwiese
Linde Vilser Alm

Einkehr mit Genuss

Schon bald ist die Almhütte sichtbar und ich freue mich sehr auf frische Kässpatzen, die sind hier ein Geheimtipp, dazu ein Vilser Bier. Freundlich begrüßt durch die Wirtsleute Erni und Frank fühle ich mich am Kachelofen gleich so richtig wohl. Zum Essen bleibe ich in dieser Jahreszeit noch in der Hütte, aber danach werde ich meinen Kaffee noch auf der Terrasse genießen. Gut gestärkt mache ich mich auf den Heimweg und freue mich schon auf den nächsten Besuch.