In meinem Büro in Vils , aber auch in allen Tourismusbüros der Naturparkregion Reutte, Tannheimer Tal und Pfronten, sowie an der Sonnenbergbahn Grän und Breitenbergbahn Pfronten liegt der Flyer über die erweiterte Neuauflage des Geopfad Buches auf. Zum Preis von € 6,90 kaufe ich mir das jetzt. Ich habe schon lange Lust eine Etappe zu gehen und euch zu berichten.
Um interessierten Wanderern eine Reise in die Entstehungsgeschichte der Berge zu ermöglichen, wurde der GEOpfad Pfronten-Vils-Grän ausgeschildert. Die Gesteine entlang des Pfades erzählen spannende Geschichten. Auf insgesamt 31 Stationen berichten sie über Atolle, Riffe und ausgestorbene Tiere und führen dem aufmerksamen Wanderer die Entstehung der Alpen wie im Zeitraffer vor Augen.

Der geologische Wanderführer

Ich nehme mir nun meinen geologischen Wanderführer für die Themenwege zur Hand und mache mich für eine Halbtagesetappe über den „Vilser Pfad“ vorbei an der Vilser Alm bis hinauf zur Sebenalm auf den Weg. Der Pfad führt durch alpines Gelände, daher wurde bewusst auf Infotafeln verzichtet. Stattdessen markieren im Gelände Pfosten mit dem GEOpfad-Logo und der dazugehörigen Nummer die jeweilige Station. Das 112 Seiten starke Büchlein beschreibt jede Station ausführlich auf einer Doppelseite und wurde mit zahlreichen Detailfotos und tollen Panorama-Aufnahmen bebildert. Ich wandere heute zu den Stationen von Nr. 23 bis 11. Man erfährt warum „die Berge auf dem Kopf stehen“, wie eine Kalkfabrik funktioniert, wie Gesteine Berge formen und Interessantes über Bergwald und Almen, sowie über Wasser, Eis und den Einfluss des Menschen. Dem Autor Peter Nasemann war es wichtig, dass der wissenschaftliche Teil so geschrieben wurde, dass „Jeder“ einen leicht verständlichen Einblick in die Entstehung der Bergwelt bekommt. Die Nr. „13“ zeigt zum Beispiel den „Hocketer Stein“ dieser löchrige Kalkstein ist durch eine chemische Reaktion zwischen Gipsen und Dolomitengesteinen erst sekundär entstanden.

Aus verschiedenen Blickwinkeln

Dieser grenzenlose Pfad ist eine ausgedehnte Ganztagesbergtour. Man kann diese aber auch in 4 Halbtagesetappen unterteilen, jede Etappe beinhaltet ein eigenständiges geologisches Thema. Halbtagestouren sind eher etwas für mich. Voraussetzung für die Wanderungen ist Trittsicherheit und gutes Schuhwerk.
4 Pfade durch die Erdgeschichte bieten sich an:
Pfrontener Pfad – das Werden des Gebirges, der Hochgebirgspfad – Geologie, Bergwald und Almen, so wie der Vilser Pfad – das Wasser, das Eis und der Mensch und der Gräner Pfad – Gesteine formen Berge.
Außerdem verbindet der GEO-Panoramaweg die Breitenbergbahn-Bergstation mit der Sonnenbergbahnen-Bergstation (Gehzeit ca. 2,5 Std.). Er führt über den „Bösen Tritt“ an der Bad Kissinger Hütte vorbei, von dort zur Sebenalm, über den Hochgebirgspfad und den Gräner Pfad.
Von dort oben habe ich einen sehr schönen Ausblick in die Lechtaler- und Tannheimer Alpen, sowie ins Tannheimer Tal. Faszinierend und fast einmalig ist für mich auch der Ausblick in das Alpenvorland.

Man sieht nur was man kennt

Der GEOpfad Pfronten-Vils-Grän vermittelt einen Eindruck von der Einmaligkeit und Schönheit dieser Landschaft. Natur kann begeistern und Hintergrundwissen hilft, unsere Umwelt mit anderen Augen wahrzunehmen. Der GEOpfad möchte nicht belehren, sondern informieren. Mit dem Büchlein die Stationen abzuwandern war sehr interessant, ich werde bald die nächste Etappe in Angriff nehmen.