Das Grüne Haus in Reutte wurde im 16. Jahrhundert von einem wohlhabenden Reuttener Bürger als Wohnhaus erbaut. Aus dieser Zeit stammen auch die wunderschönen Malereien im Inneren des Hauses. Außen beeindruckt die Fassade mit prächtigen Fresken des heimischen Malers Johann Jakob Zeiller aus 1779.

1989 wurde hier das Museum im Grünen Haus eröffnet. Zu sehen gibt es ganzjährig Werke der berühmten Reuttener Malerfamilie Zeiller und der „Geierwally“ Anna Stainer-Knittel, sowie eine wertvolle Uhrensammlung. Auch die Geschichte des Salzhandels und des Marktes Reutte wird anschaulich erzählt.
Seit kurzem gibt es nun auch einen Lift im Museum, sowie ein behindertengerechtes WC – der Museumsbesuch ist nun barrierefrei möglich 🙂

Zusätzlich zur Dauerausstellung zeigt das Museum jedes Jahr auch zwei Sonderausstellungen. Aktuell steht „Handwerkszeug aus vergangener Zeit“ im Mittelpunkt. Das Besondere an dieser Ausstellung ist, dass sie ganz ohne Leihgaben auskommt – alle Werkzeuge stammen aus dem Bestand des Museums!
Museumsleiter Ulrich Kößler ist Archäologe und hat daher natürlich auch die Entwicklung der Werkzeuge seit der Steinzeit gut verständlich und anschaulich in die Ausstellung eingebaut.

Zu sehen gibt es im Foyer und im 1. Stock viele große und kleine Werkzeuge aus dem Arbeitsleben, aber auch aus dem bäuerlichen Alltag und dem Haushalt. Die Berufe des Webers, Schusters, Schmieds, Zimmerers und Wagners werden vorgestellt. Dabei fällt auf, dass die Werkzeuge nicht bloß als Arbeitsmittel gesehen wurden, sondern oftmals liebevoll und auch aufwändig verziert wurden.

Beeindruckend ist der große Hauswebstuhl, den das Museumsteam komplett mit Zettel, Kettbaum, Schiffchen und Schuss aufgebaut hat – es lohnt sich bei einem Besuch herauszufinden, was es damit auf sich hat 🙂
Der Handarbeit wird ebenfalls ein Raum in der Ausstellung gewidmet – mit einer kleinen Häkel- oder Stricknadel lassen sich wahre Kunstwerke in allen Größen fertigen.

Auch zur Herstellung von Lebensmitteln oder zur Zubereitung von Speisen wurden oftmals massiv ausgeführte Werkzeuge benötigt, die einiges an Muskelkraft erforderten.

Gezeigt werden in dieser Ausstellung auch Werkzeuge, bei denen man nicht sofort erkennen kann, wozu sie gebraucht wurden. Was denkt Ihr, von wem und wozu dieses Werkzeug benutzt wurde? Die Auflösung findet Ihr am Ende des Blogs 🙂

Damit der Museumsbesuch für die ganze Familie unterhaltsam und kurzweilig ist, hat sich das Team vom Grünen Haus wieder für Kinder und Junggebliebene ein Rätselspiel ausgedacht, das an der Kassa erhältlich ist. Die Maskottchen der Ausstellung sind dieses Mal kleine Mäuse. Es gilt in der Ausstellung 12 bunte Mäuschen zu entdecken und die an diesen Plätzen gestellten Fragen zu beantworten. Daraus ergibt sich ein Lösungswort und eine kleine Belohnung. Sollten Euch die putzigen Mäuse auch so gut gefallen wie mir, dann könnt Ihr diese auch an der Kassa bekommen und mit nach Hause nehmen 🙂

Die Ausstellung ist im Museum im Grünen Haus jeweils von Dienstag – Samstag von 13:00 – 17:00 Uhr zu sehen.
Bitte denkt daran, im Museum eine FFP2-Maske zu tragen und zu anderen Besuchern einen 2-Meter-Abstand zu halten – dann steht einem interessanten Museumsbesuch nichts mehr im Wege.

Hier noch die versprochene Auflösung zum oben gezeigten Werkzeugrätselbild: Es handelt sich hier um ein Papiloteisen – das war ein Friseurwerkzeug im 19. Jahrhundert und wurde erhitzt, um Locken zu wickeln. Hättet Ihr das gewusst?