Als Spezialistin für Weißenbach und einfach auch, weil wir gerne zusammen etwas unternehmen, haben meine Kollegin Marion und ich uns entschlossen, den alten Gaichtpass zu erwandern, dessen ursprüngliche und korrekte Bezeichnung „Alter Gachtpass“ lautet. Ich hole Marion von zuhause ab und gemeinsam fahren wir durch Weißenbach, Richtung Tannheimer Tal und biegen dann beim Cafe Dobler links ab, wo wir ein Stückchen weiter hinten das Auto stehen lassen können. Als erstes fällt die Kapelle Mariahilf ins Auge. Sie wurde 1714 erbaut und ist eine helle und freundliche Kapelle mit schönen Fresken und Bildern.

Natürlich müssen wir uns unbedingt auch den Eisenerzstollen, zu dem eine lange Stiege führt, anschauen und sind von der Beleuchtung im Stollen und von der Aussicht ins Tal begeistert. Die Geschichte des Eisenerzstollens begann zur Zeit der Salztransporte. Am Ortseingang von Weißenbach betrieb der alteingesessene Huf- und Nagelschmied Zitt eine Schmiede, in der die Pferde beschlagen werden konnten. Das Rohmaterial dafür wurde aus dem Eisenerzstollen am Alten Gachtpass frei abgebaut und an Ort und Stelle verarbeitet. Im Jahr 2015 wurde der Eisenerzstollen am Alten Gachtpass unter der Leitung von Herrn Eduard Zitt durch eine Treppe für interessierte Besucher zugänglich gemacht.

Der Jakobsweg Tirol-Allgäu führt neben dem Fernpass und dem Jochpass auch über den alten Gachtpass, die Pilger können im TVB Büro in Weißenbach, also bei Marion, ihre Pilgerpässe abstempeln und nehmen sicher beeindruckende Erinnerungen von dieser schönen Strecke mit nach Hause.

Marion und ich machen uns nun an den doch recht steilen Anstieg über die romantische Schotterstraße, die von einer Steinmauer begrenzt ist und nach jeder Kurve gibt es einen anderen, strahlend schönen Ausblick auf die Bergwelt. Allerlei Bildstöcke und Denkmäler sind zu besichtigen und unterstreichen die historische Bedeutung dieses Weges. Auch wenn wir nicht sowieso immer was zu bereden hätten, würde uns hier nicht langweilig werden.

Wir queren die Gaichtpassstraße und setzen unsere Wanderung bis zum Klausenstüberl fort, wo wir auf einen weißen Spritzer (ich) und ein Mineral (Marion) und eine deftige Brotzeit einkehren.

Danach geht es beschwingt wieder zurück nach Weißenbach, wo sich ein Besuch im Mühlenmuseum Millersmiehl als Tagesabschluss anbietet, wofür man sich aber bereits vorab anmelden sollte. Das Museum ist wirklich sehenswert und passt hervorragend zum historischen Grundton dieser Wanderung.