In Vils kann man jeden Donnerstag (mit Voranmeldung bis Mittwoch 18.00 Uhr direkt in der Brauerei), bei einer Führung um 15.30 Uhr hautnah erfahren, wie Bierspezialitäten mit Leidenschaft und handwerklichem Geschick hergestellt werden. Mein Mann wollte die neue Brauerei schon lange einmal von innen sehen, daher nutzt er heute die Gelegenheit und begleitet mich. Für Gäste mit Aktiv Card gibt es eine Ermäßigung des Eintrittspreises.
Benjamin Hosp, der Vertriebsleiter von der Vilser Privatbrauerei, heißt die Gruppe (immerhin 18 Personen) im 2 Jahre alten Neubau herzlich willkommen. Bier ist ja ein ganz altes Getränk, es wurde schon lange bevor das Reinheitsgebot (Wasser, Hopfen, Malz) anno 1516 eingeführt wurde, hergestellt. Benjamin erklärt uns das Malzen an der Schautafel, wir dürfen auch alle die Gersten- und Malzkörner bzw. Hopfendolden kosten oder daran riechen.

Herzstück der Brauerei

Im Sudhaus vereinigt sich das Brauwasser, das in seinem kraftvollen, natürlichen Originalzustand belassen wird, mit den übrigen Rohstoffen, nämlich bestes Gersten- bzw. Weizenmalz. Außerdem werden nur edelste Hopfensorten verwendet. Hier wird das Malz zusammen mit dem Wasser vermengt und von 60° auf ca. 80° C aufgeheizt. Danach wird im Läuterbottich der feste Treber von den flüssigen Bestandteilen getrennt. Die jetzt entstandene Bierwürze wird nun gemeinsam mit dem Hopfen gekocht, bevor die Bierwürze wieder abgekühlt wird um sie mit Hilfe der Hefe zu vergären. Das Geheimnis der Geschmacksgebung wird uns natürlich nicht verraten.

Der Gär- und Lagerkeller

Das Bier wird nun mit Schläuchen in die doppelwandig isolierten Lagertanks gepumpt. Dort findet eine Woche die Hauptgärung statt und wie es sich für gut gelagertes Bier gehört, bleibt es sogar noch weitere 6 Wochen in den um den Gefrierpunkt gekühlten Lagertanks. Das helle Bier wird danach gefiltert, die Filtration dauert für 5.000 Liter ca. 8 Stunden. Dank der modernen Technik der Kühlung, kann nun das ganze Jahr Bier gebraut werden. Der Name „Märzenbier“ kommt ja lt. Überlieferung daher, dass früher nur im Winter Bier gebraut werden konnte, da es im Sommer zu warm war. Das „letzte“ Bier im März wurde dann bis zum Oktoberfest gelagert.

Wie das Bier in die Flasche kommt

Im Keller angekommen, sehen wir schon die fertig abgefüllten Kisten und Fässer. Der Brauer erklärt mit viel Hingabe „seine“ neue Abfüllanlage. Die Flaschen werden vorher sortiert und kommen dann in die Flaschenwaschanlage, danach fahren sie durch die „Laugenkontrolle“ und am Ausleuchtschirm vorbei (dort wird überprüft, ob sich wirklich nichts mehr in der Flasche befindet). Nun geht es ab in den „Füller“, bevor das Bier abgefüllt wird, wird die Luft aus der Flasche gezogen und durch Kohlensäure ersetzt. Die Kronkorken werden aufgesetzt und die Flasche verkorkt. Zum Schluss sehen wir noch, wie die Etikettiermaschine arbeitet. Die Gruppe folgt fasziniert den Beschreibungen der Abläufe.

Fragen über Fragen

Dazu tauchen ganz viele Fragen auf: Wie oft werden Flaschen und Fässer verwendet? Wie viele Hektoliter können produziert werden? Wird das Wasser für das Zugspitzbier wirklich aus Ehrwald geholt? Wie viele Liter Wasser müssen für 1 Liter Bier-Herstellung verwendet werden? Usw. Benjamin Hosp beantwortet gekonnt und fachmännisch alle Fragen und nun dürfen wir hinauf in den Brauereigasthof Schwarzer Adler gehen und bekommen alle mit dem Eintrittsbon ein frisch gezapftes Bier zum Genießen.
Die Devise dieser Brauerei lautet „Qualität durch Sauberkeit“. Davon konnten wir uns heute alle überzeugen.