Die heutige Wahl des Mittagsmenüs fällt ganz klar auf das Joyce im Reuttener Untermarkt. Bei dieser Auswahl und den Kombinationsmöglichkeiten findet wirklich jeder etwas – denn in Sachen Geschmack macht das Joyce eine regelrechte Punktlandung. Durch die zahlreichen Auswahlmöglichkeiten kann sich jeder sein Lieblingsgericht selbst zusammenstellen, angefangen von hausgemachter Pasta, über knackige Salate, frische Bowls, leckere Currys bis hin zu einer wechselnden Wochenkarte – hier findet man stets neue Empfehlungen. Um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, treffe ich mich mit dem Gründer und Unternehmer Josef Socher auf ein spannendes Gespräch.

Wie kam es dazu nach deiner Ausbildung zum Fachwirt und jahrelangen Erfahrungen in der Gastronomie ein eigenes Unternehmen zu gründen? Dahinter steckt bestimmt eine interessante Geschichte – und warum hat es dich ausgerechnet hierher nach Reutte verschlagen?

Die Reise begann für mich, als gebürtiger Ofterschwanger, zunächst vom Allgäu nach Ischgl. Dort wurde mir durch Erzählungen und Bekanntschaften das Außerfern bzw. Reutte im wahrsten Sinne schmackhaft gemacht. Und schon war ich hier und sammelte weitere Erfahrungen in der Gastro. Irgendwann war es dann doch noch Zeit für die Erfüllung eines langersehnten Traumes – einer Weltreise. Kreuz und quer durch Amerika kam mir dann die glorreiche Idee in New York und ich stellte mir die Frage, ob ich meine Leidenschaft zum Kochen nicht im eigenen Unternehmen verwirklichen sollte. Fasziniert von der Vielfalt an Salatbars kehrte ich im Juli 2014 zurück nach Reutte. Meine Vision nahm ich natürlich im Gepäck mit nach Hause! Nachdem eine passende Location gefunden war, gab es kein Zurück mehr. Mit den richtigen Unterstützern konnte das Projekt schlussendlich finalisiert werden. Von dort an ging dann alles recht schnell und aus der ehemaligen Waffenstube entstand das heutige Joyce.

Eine Location war somit gefunden, doch bis zur Eröffnung von „Joyce“ und der Umfunktionierung einer Waffenstube zu einer Salatbar war es bestimmt ein langer Weg. Was kannst du uns aus deiner Sicht hierzu berichten?

Spannend trifft es ganz gut – wie man sich vielleicht schon vorstellen kann, hatte die damalige Waffenstube nicht viel mit einem Restaurant gleich, somit mussten zuerst die entsprechenden Vorrichtungen wie Sanitäranlage, Wasseranschluss, Küchenvorrichtungen, Sitzgelegenheiten usw. geschaffen werden. So eine Rundumsanierung verläuft nicht immer nach Plan – vor allem, wenn die Spielfläche nicht allzu viel Platz hergibt. Somit musste jeder Quadratmeter wohl durchdacht sein. Mittlerweile können wir in Normalzeiten bis zu 60 Gäste im Sitzen willkommen heißen, davon 20 im Innenbereich und zusätzliche 40 im Außenbereich. Die ersten eineinhalb Jahre gestalteten sich nicht ganz leicht! So mussten sich die Einheimischen und Gäste der Region erst einmal langsam an das moderne Angebot im Joyce herantasten, was man sich hier so alles auf der Zunge zergehen lassen kann. Sechseinhalb Jahre später ist davon nichts mehr zu spüren und die Nachfrage wächst stetig. Rückblickend war es die Mühe und harte Arbeit vollkommen wert, und ich bereue die Entscheidung zur Verwirklichung meines Traumes keine Sekunde – denn seit kurzem wurde die einstige Gesellschaft zum Einzelunternehmen umfunktioniert.

Man merkt, dass hier im Joyce wirklich alles bis ins kleinste Detail durchdacht ist. Das spürt man insbesondere an den liebevoll gestalteten Schiefertafeln sowie der einfallsreichen und lässigen Deko. Die gemütliche Atmosphäre lädt definitiv zum Länger-Bleiben ein. Wie kam es denn überhaupt zur Namensgebung und was verbirgt sich dahinter?

Nach ein paar Wortspielereien hat der Name auch wie seine Idee den Ursprung aus der Ferne. Somit wurden aus den Begriffen „Joy“ (dt. Freude) und „Choice“ (dt. Wahl) kurzerhand das heute bekannte „JOYCE“.  Mit der Fusion der Wörter spielen wir auf die Freude am Zusammenstellen eines gesunden Essens nach den persönlichen Vorlieben an. Passender könnte der Name für uns als leidenschaftliches Unternehmen wohl auch nicht sein. Hinter der liebevollen und individuellen Gestaltung im Lokal steht meine bessere Hälfte, denn wie heißt es so schön: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke (und in meinem Fall zudem auch kreative) Frau. Wir lieben die Individualität und somit auch die Freiheit uns stets neu zu erfinden. Gerne lassen wir uns inspirieren und passen unser Angebot auch an die Wünsche und Bedürfnisse unserer Gäste an. Aus diesem Grund findet man neben hausgemachter Pasta und Co. mittlerweile auch leckere Currys und buntgemischte Bowls auf unserer Karte. Hauptsache frisch, vitaminreich und natürlich.

Langeweile ist auf eurer Speise- und Getränkekarte definitiv ein Fremdwort – was kann sich ein „Joyce-Neuling“ darunter vorstellen und was hat es nun auf sich mit Pasta, Bowls, Toppings und Co.? Gibt es dafür eine Schritt-für-Schritt-Anleitung?

Wir haben uns das Ziel gesetzt, für jeden Geschmack etwas zu kreieren. Für alle jene, die das erste Mal bei uns zu Besuch sind, stehen wir gerne mit Rat und Tat zur Seite. Das System scheint zunächst vielleicht etwas komplexer, aber das Team ist bemüht Hilfestellung zu leisten. Ansonsten gilt es, einfach unserer 4-Schritte-Anleitung zu folgen:

1. Salate oder Pasta, 2. Topping, 3. Dressing oder Sauce, 4. Extras

Als Erstes entscheidet man sich für die „Basis“: Hausgemachte Pasta oder frischer Salat. Im zweiten Schritt wählt man sein Lieblings-Topping aus oder einfach gesagt, alles worauf man gerade so Lust hat – angefangen von Rucola bis hin zu Lachs, mediterranem Gemüse, Hühnerbruststreifen oder auch BBQ Pulled Pork etc., hier sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Last but not least, entscheidet man sich im nächsten Schritt noch für eine würzige Sauce oder ein leckeres Dressing. Wer noch mehr will, kann seinen Teller mit allen möglichen Extras aufpeppen, wie z.B. mit Frühlingszwiebeln, karamellisierten Sonnenblumenkernen oder auch mit Tiroler Speck uvm. Zusätzlich bieten wir auch Empfehlungen auf unserer Wochenkarte. Hier lassen wir uns wöchentlich was Neues einfallen – angefangen von der Suppe bis hin zum Dessert.

Das macht auf alle Fälle Lust auf mehr und drauf sich den eigenen individuellen Teller zusammenzustellen. Was außer dieser Idee macht das Joyce noch so einzigartig und liegt euch besonders am Herzen?

Bei uns findet wirklich jeder etwas – gerade in Zeiten von Unverträglichkeiten und Allergien, möchten wir erster Ansprechpartner sein, denn wir kennen unsere Produkte wortwörtlich in- und auswendig. Besonders wichtig ist uns die Verwendung von selbst verarbeiteten und gekochten Produkten wie z.B. unsere hausgemachten Joycinis (Pasta) aus Hartweizengrieß oder Dinkelgrieß. Weiters sind Geschmacksverstärker, Zusatzstoffe und Fertigprodukte Fremdwörter für uns. Dafür stehen regionale und saisonale Produkte an erster Stelle, wie z.B. Käse von der Musteralm, frische Äpfel vom Bodensee uvm. Besonders lecker sind auch unsere frisch gepressten Säfte – erfrischend, gesund und reich an Vitaminen. Sehenswert ist im wahrsten Sinne unsere Show-Kitchen, um sich mit eigenen Augen davon zu überzeugen, was genau auf dem Teller landet. Beachtenswert ist außerdem was sich neben Küche und Mise-en-place sonst noch abspielt, denn hier arrangieren sich die Mitarbeiter im Kassenbereich sowie der Spüle auf einer knappen Fläche von 12m² – ein eingespieltes Team.

Apropos Team – trotz „Self-Service“ mit einem ausgezeichneten Ruf- und Abholsystem im Hintergrund, braucht es meist ein starkes Team um den Arbeitsalltag zu bewältigen. Was ist euer Geheimrezept für ein gutes Miteinander und worauf legst du besonders wert?

Das stimmt allerdings. Unser Team besteht momentan aus 3 Mitarbeitern und wie bereits erwähnt, bleibt uns aufgrund von Platzmangel nichts Anderes übrig als regelrecht Hand-in-Hand zu arbeiten. Aus diesem Grund bin ich sehr froh, dass ich mich auf mein starkes Joyce-Team verlassen kann. Selbst versuche ich überall mitanzupacken, wo immer es auch geht und den Überblick über das große Ganze zu behalten. Da ich schon viele Jahre in der Gastronomie tätig bin und die Saisonarbeit zur Genüge kenne, ist mir eine Work-Life-Balance auch für das gesamte Team besonders wichtig. Wir arbeiten von Montag bis Freitag – somit ist ein etwas „geregelteres“ Leben auch in unserer Branche möglich. Das Joyce-Team ist ausschlaggebend für den Erfolg – umso wichtiger war es mir, auch in Krisenzeiten die Mitarbeiter zu halten. Wir ergriffen die Chance und erweiterten daher unser Angebot mit Take-Away und Lieferservice, was zum Glück ausgezeichnet angenommen wurde.

Im wahrsten Sinne habt ihr die Krise genutzt und eine Chance ergriffen. Was genau nehmt ihr nach dieser turbulenten Zeit mit?

Ganz genau, denn das letzte Jahr war für uns alle nicht einfach. Was wir aber vor allem für die Zukunft mitnehmen und bestehen bleibt ist unser „Take-Away-Angebot“. Da wir uns insbesondere am Puls der Zeit bewegen möchten, wurde dazu ein Online-Shop eingerichtet – hier kann man sich sein Lieblingsgericht bereits vorab flexibel zusammenstellen und dieses in einfachen Schritten online bestellen. Im Anschluss holt man es dann einfach zur gewünschten Zeit ab und das alles ohne lange Wartezeit. Wir freuen uns sehr, dass dieser Service nicht nur von Gästen aus der Ferne, sondern insbesondere von vielen Einheimischen genutzt und positiv angenommen wird. Es ist wirklich schön zu sehen, dass sich bei uns im Joyce jede Altersgruppe, von Schülern bis hin zu Pensionisten trifft – das macht riesen Spaß und unseren Arbeitsalltag so abwechslungsreich.

Eine echte Erfolgsgeschichte! Bestimmt gibt es schon weitere Pläne für die Zukunft bzw. worauf dürfen sich die Joyce-Gäste von morgen freuen?

Unser aktuellstes Projekt wurde erfolgreich Ende Mai 2021 fertiggestellt bzw. eröffnet – denn das Joyce ist jetzt auch über der Grenze in Kempten zu finden. Nach viel harter Arbeit und Schweiß hat sich die Mühe definitiv gelohnt und wir sind sehr stolz, dass wir ein weiteres Plätzchen nicht nur für Gäste, sondern auch für neue Teammitglieder verwirklichen konnten. Im Zuge der Sanierungsarbeiten im Reuttener Untermarkt erstrahlt nun auch unser Vorplatz in neuem Design – dadurch konnten die Sitzgelegenheiten in diesem Bereich deutlich erweitert werden. Nicht zu vergessen ist natürlich unser bestehendes Highlight im Hinterhof – denn was man auf den ersten Blick von außen kaum glaubt, versteckt sich hier ein besonders gemütlicher Gastgarten.

Ich bedanke mich für das interessante Gespräch und wünsche dem Joyce-Team alles Gute für die Zukunft. Für mich war es bestimmt nicht der letzte Besuch hier im Joyce.

Kontakt Reutte

Untermarkt 29, 6600 Reutte
Tel.: +43 5672 / 21 09 9
Web: https://www.joyce-reutte.at/

Öffnungszeiten

MONTAG – FREITAG
von 11.00 bis 14.30 Uhr
von 17.30 bis 21.00 Uhr

Kontakt Kempten

Bahnhofstr. 16, 87435 Kempten
Tel.: +49 831 / 52 75 14 82
Web: https://www.joyce-kempten.de/

Öffnungzeiten

MONTAG – SAMSTAG
von 11.00 Uhr bis 21.00 Uhr