Natürlich treibt es mich auch im Sommer raus in die Natur und gerne nutze ich dann die Zeit, um an (geheimen) Plätzen nach Pilzen Ausschau zu halten. Ich versuche hier erst gar nicht, euch die Unterschiede oder Erkennungsmerkmale der giftigen bzw. essbaren Pilze zu erklären. Eines ist ganz klar: sammle nur Speisepilze, die du ganz sicher kennst.

Lehrbuch und Kulturgeschichte

Der griechische Arzt Pedanios Dioscurides schrieb schon im ersten Jahrhundert nach Christus in seinem Lehrbuch davon, dass es zwei Arten von Schwämmen gäbe: Die einen sind zum Essen bequem, die anderen aber ein tödliches Gift. Dioscurides vermutete (fälschlich), dass die Giftigkeit eines Pilzes von seinem Standort abhänge: Pilze, die neben verrostetem Eisen, faulendem Tuch, Schlangenhöhlen oder Bäumen mit giftigen Früchten wachsen, seien alle miteinander giftig. Bis in die Neuzeit hinein wurde das Erscheinen von Pilzen so erklärt: Pilze entstehen durch schlechte Ausdünstungen der Erde oder durch faulende Untergründe. Was so natürlich nicht stimmt, aber damals gab es ja noch kein Mikroskop und daher konnte man früher die Sporen nicht entdecken.

Tiroler Pilzschutzverordnung

Wichtig ist sicherlich, dass man vor dem Pilzesuchen auch über die rechtliche Situation Bescheid weiß. So gibt es durchaus Unterschiede und in jedem Bundesland andere Vorgaben und Verordnungen. In Tirol ist das Pilzesuchen zwischen 07.00 – 19.00 Uhr gestattet. Die Tageshöchstmenge ist mit max. 2 Kilogramm pro Person festgehalten. Weiters ist es verboten, wildwachsende Pilze zu beschädigen oder gar mutwillig zu beseitigen. Generell gilt, dass Pilze und Beeren immer dem Waldbesitzer gehören. Gibt es keine ausdrücklichen Hinweistafeln, die das Sammeln verbieten, so darf für den Eigenbedarf gesammelt werden, da es stillschweigend geduldet wird.

Persönliche Schwammerl-Erfolge

Das Suchen der Pilze und Schwammerln finden wir schöner als das Reinigen und Essen derselbigen. Aber dennoch freuen wir uns natürlich, wenn wir welche finden und dann auch zubereiten können. Meine Lieblingsspeisen wären ein klassisches Schwammerlgulasch oder eben gebackene Pilze. Bei den gebackenen Pilzen nehmen wir nur Stein- oder Herrenpilze, da diese vom Fruchtfleisch kompakter sind und sich leichter panieren lassen. Kleiner Tipp: Ihr könntet die Pilze auch nach dem Waschen oder Säubern schneiden, einfrieren und dann im gefrorenen Zustand panieren. Schmecken fast wie frisch. 🙂

Alte Bauernregel für das Verzehren von Pilzen: Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht!

Links:
https://www.bmlfuw.gv.at/forst/wald-gesellschaft/verhalten_wald/pilzewald.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Schwammerl
https://de.wikipedia.org/wiki/Pilze