Selten ist ein Süßgebäck so mit einem Zeitraum verbunden wie der Krapfen mit der Faschingszeit. Wie kam es dazu und wie gelingt das Rezept auch zuhause? Diese und weitere Details in den nächsten Zeilen.

Faschingszeit

Wie allerseits bekannt, beginnt die Faschingszeit jedes Jahr am 11.11. um 11.11 Uhr. Also eigentlich in der Zeit, wo jeder eher die Rezepte für die Weihnachtskekse aussucht und nicht unbedingt das süße Hefeteig Rezept aus der Schublade kramt. Daher verwundert es uns wohl kaum, dass der Krapfen in der Geschichte, eher nach den ganzen Feiertagen als Festtags- und Fastengebäck vor allem in den katholisch geprägten Gebieten bekannt und in der Fastnachtszeit sogar populär wurde.

Seit wann gibt es den Krapfen?

Der Name Krapfen sagt noch nicht aus, ob es sich um ein süßes oder salziges Gebäckstück handelt, es gibt ja auch Krapfen, welche mit Fleisch oder Gemüse gefüllt werden und vor allem als Beilage für Fleisch-, insbesondere Geflügel- und Wildgerichte, dienen. Wir widmen uns hier aber eben dem süßen Faschingskrapfen, der in Österreich bereits in Schriften aus dem 13. Jahrhundert erwähnt wurde. Aus dem Jahr 1486 stammen die ersten Rezepte in der Köchordnung der Stadt Wien. Während des Wiener Kongresses im Jahr 1815 sollen etwa 10 Millionen Krapfen gegessen worden sein.

Kennt ihr auch den Stanglkrapfen?

In meiner Kindheit gab es immer 2 Varianten des Krapfens, denn neben der klassischen runden Form mit Marillenmarmelade, haben wir auch den Stanglkrapfen sehr geliebt. Der Vorteil des Stanglkrapfens: er wird nicht gefüllt und dadurch erspart man sich auch die Marmeladeflecken auf der Kleidung, wenn man beim ersten Bissen nicht das Füllloch des Krapfens trifft. Im Grunde ist das Rezept immer dasselbe, nur wird beim Stanglkrapfen der Teig ca. 2 cm dick ausgerollt und Rechtecke ausgeradelt, zweimal eingeschnitten und dann geht es weiter wie beim runden Krapfen.

Heute sind Krapfen in zahlreichen Varianten aus Backteig, Brandteig, Hefeteig oder Quarkteig in vielen Ländern bekannt und beliebt. Das wichtigste und die wohl höchste Auszeichnung beim Krapfen backen ist, wenn der runde Krapfen ein gleichmäßiges weißes Rändchen behält. Dies gelingt nur, wenn man sich Zeit lässt, der Teig genug ruht und das Fett die richtige Temperatur hat.

Ich wünsche euch gutes Gelingen und eine vergnügte Faschingszeit.